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Zwei USV-lerinnen bei der EM Sprint: Interview mit Leonore Winkler und Susen Lösch

Bei den Europameisterschaften der Sprintdisziplinen im Orientierungslauf, die in den kommenden Tagen von Donnerstag, dem 13. bis zum Sonntag, dem 16. Mai im schweizerischen Neuchâtel (Neuenburg) stattfinden, sind mit Leonore Winkler und Susen Lösch gleich zwei Läuferinnen des USV Jena im Aufgebot der deutschen Mannschaft vertreten. Beide haben uns ein Interview gegeben.


Zuerst Leonore:

Kurz vorgestellt:

Ich bin Leonore Winkler, 24 Jahre alt und seit 10 Monaten wohnhaft in Uppsala, Schweden. Hier bin ich vor allem wegen des Sports hingezogen aber natürlich auch für meinen Master an der Universität Uppsala, Fachrichtung Analytische Chemie. OL mache ich mittlerweile seit 2004 und seit 2010 bin ich (mit Unterbrechung) im Bundeskader.

Liebe Leonore, du hast dich für die Europameisterschaften qualifizieren können, wozu wir vom ganzen USV Jena dir ganz herzlich gratulieren. Wie hast du das geschafft?

Ich denke, dass mein Umzug nach Schweden einen großen Anteil daran hat. Dort laufe ich für den Verein OK Linné, welcher das ganze Jahr zahlreiche und hochwertige Trainings anbietet. Außerdem ist die Konkurrenz im Orientierungslauf in Schweden viel größer, sodass ich von den anderen Orientierungsläufer*Innen vor Ort trainingstechnisch profitieren kann. Letzten Winter konnte ich verletzungsfrei und kontinuierlich trainieren, wodurch ich vor allem läuferisch den Grundstein gelegt habe.

Bei welchen Entscheidungen wirst du eingesetzt?

Ich darf bei allen drei Wettkämpfen starten. Auftakt wird die Sprintstaffel am 13.05. sein, wo ich die erste Strecke laufen werde, gefolgt vom KO-Sprint am Freitag sowie Samstag und dem Sprint am Sonntag.

Was sind die Besonderheiten der einzelnen Disziplinen? Worauf freust du dich am meisten?

Bei der Sprintstaffel besteht das Team aus 2 Frauen und 2 Herren, wobei die Damen die Start- und Schlussstrecke laufen dürfen. Meistens ist der Wettkampf technisch nicht so anspruchsvoll wie ein normaler Sprint, dafür ist das Tempo enorm schnell und die Strecken sind gegabelt.

Eigentlich freue ich mich auf alle Läufe, aber ich bin international noch nie Sprintstaffel gelaufen, sodass dieser Wettkampf sicherlich sehr aufregend wird.

Wie hast du dich auf die EM vorbereitet?

Ich habe für die EM natürlich an meiner Laufform gearbeitet, bin aber auch viele Sprinttrainings in verschiedenen Städten/Gelände gelaufen. Dabei konnte ich Sprinttrainings, die vom mehrmaligen französischen Weltmeister Thierry Gueorgiou für Läufer aus dem schwedischen Nationalteam vorbereitet wurden, mitlaufen und die Routine sowie Routenwahlentscheidungen trainieren. Damit habe ich schon, wenn auch nur vereinzelt, in meinem Wintertraining begonnen.

Das Thema mag nerven, aber wie bist du mit den Corona-Einschränkungen zurechtgekommen?

Dank dem schwedischen Sonderweg hatte ich lange nicht mit so vielen Corona-Einschränkungen zu kämpfen wie in Deutschland. Zwar wurden die Vereinstrainings in kleineren Gruppen durchgeführt, aber man musste nie alleine trainieren. Leider wurden sowohl auf nationaler und internationaler Ebene viele Wettkämpfe abgesagt oder verschoben und es konnten leider auch nicht alle Trainingslager wie geplant stattfinden. Die „normale“ OL-Saison hat 2020 sehr gefehlt, umso mehr freue ich mich, dass es jetzt wieder los geht!

 

Nach Leonore gibt hier auch Susen ein Interview.

 

Kurz vorgestellt:

Ich bin 27 Jahre alt, lebe in Stockholm, arbeite als Entwicklungsingenieurin bei einer Firma für Medizintechnik und habe schon im Kinderwagen OL gemacht.

 

Liebe Susen, du hast dich für die Europameisterschaften qualifizieren können, wozu wir vom ganzen USV Jena dir ganz herzlich gratulieren. Wie hast du das geschafft?

Aufgrund von Corona konnten leider keine Qualifikationsläufe durchgeführt werden. Deshalb haben die Nationaltrainer nach den Leistungen und Trainingsfortschritten des letzten Jahres nominiert.

Ich bin dafür bekannt stabile Leistung bei Wettkämpfen abzuliefern und habe in den letzten Jahren häufig die beste deutsche Platzierung bei internationalen Rennen erreicht. Deswegen wurde ich wohl nominiert, obwohl Sprint eigentlich nicht meine Stärke ist.

 

Bei welchen Entscheidungen wirst du eingesetzt?

Knockout-Sprint und Einzel-Sprint (Leonore hat mich bei der Sichtung geschlagen und fairerweise aus dem Sprintstaffel-Team gekickt).

 

Was sind die Besonderheiten der einzelnen Disziplinen? Worauf freust du dich am meisten?

Im Knockout gilt es durch die Qualifikation zu kommen, um in den Knockout-Finals starten zu dürfen. Dort geht es über Runden mit je sechs Läufer vom Viertelfinale bis hin zum Finale. KO-Sprint ist die neueste unter den Sprintdisziplinen. Leider hat es [bei vorherigen Weltcups] bisher noch kein/e deutsche/r Läufer/in ins Viertelfinale geschafft. Hoffentlich ändert sich das am Freitag.

 

Wie hast du dich auf die EM vorbereitet?

An sich fing die Vorbereitung schon letztes Jahr an. Da sollte nämlich die Sprint-WM in Dänemark stattfinden und ich trainierte im Frühjahr so viel Sprint wie noch nie in meinem Leben. Leider wurde dann das gesamte Jahr gestrichen und auch dieses Jahr glaubte ich lange nicht wirklich daran, dass internationale Wettkämpfe stattfinden werden. Deshalb war die direkte Vorbereitung etwas unfokussierter. Trotzdem war ich bei einigen richtig guten Sprint-Trainings zusammen mit dem schwedischen Nationalteam und anderen Elite-Läufern in meiner Heimat Stockholm.

 

Das Thema mag nerven, aber wie bist du mit den Corona-Einschränkungen zurechtgekommen?

In Schweden gibt es zum Glück nicht so viele Einschränkungen und ich konnte fast normal trainieren. Aber mir fehlten natürlich die Wettkämpfe und das Reisen, wodurch die Motivation manchmal sehr gelitten hat.

 

Möchtest du sonst noch etwas loswerden?

Ich bin froh, das Privileg zu haben bei dieser EM starten zu dürfen und freue mich, dass unsere jungen Läuferinnen mir endlich richtig Dampf unterm Hintern machen.

Die Entscheidungen können live verfolgt werden – als Livestream, als GPS-Track oder die Live-Zwischenzeiten.

Live Center der IOF (International Orienteering Federation)

Homepage des Ausrichters der EM in Neuchâtel

Programm der EM:

Sprintstaffel: Donnerstag, den 13.05., 16:30

Qualifikation Knockout-Sprint (KO-Sprint): Freitag, den 14.05, 15:45 (Männer 15:00)

Finals Knockout-Sprint/KO-Sprint: Samstag, den 15.05 (13:00-17:00)

Start Viertelfinals: 13:50 (Männer 13:20)

Start Halbfinals: 15:45 (Männer 15:10)

Start Finale: 16:40 (Männer 16:20)

Sprint (klassisch): Sonntag, den 16.05., 11:30-15:30 (Start Top40-Frauen 12:45)


Foto(s): 2019 mit Teamkamerad*innen (Jens Leibiger),  Leonore als (Sieg-)Schlussläuferin bei der DM Sprintstaffel 2019, Susen auf Sprintkurs


11.03.2021 13:01 Kategorie: Orientierungslauf
Von: Joris Hochstetter