Universitätssportverein Jena e.V.
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Brücken bauen an und auf der Saale

USV Jena wird ausgezeichnet

Bundesamt für Migration würdigt Integrationsarbeit des USV Jena


Jeden Monat zeichnet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ein besonders gelungenes Integrationsprojekt aus. Dabei werden Projekte ausgewählt, die bezüglich ihrer Zielerreichung, Nachhaltigkeit, Qualität, Vernetzung, Innovation und Öffentlichkeitsarbeit wegweisend sind. Für den Monat Juni wurde der Frauensportbereich des „Welcome Unisport“ des Universitätssportvereins Jena prämiert.

 

Seit 2016 bietet das Projekt für Frauen mit und ohne Migrationshintergrund im Alter von 14 bis 60 Jahren zweimal pro Woche in Jena-Lobeda Sportkurse an, um die Integrationskraft des Sports zu nutzen. Dabei ist einer der Kurse speziell für Neueinsteigerinnen und weniger trainierte Frauen konzipiert, der zweite weist einen leicht erhöhten Schwierigkeitsgrad auf, um Frauen zu fördern, die bereits mehr Erfahrung mit Sport gemacht haben.

 

Die Trainingsziele und gesundheitsfördernden Maßnahmen sind auf frauenspezifische Bedürfnisse, insbesondere von Müttern, abgestimmt. Zudem ist es wichtig, gerade für Frauen muslimischen Glaubens, die in ihrer Heimat kaum Sport betrieben haben, Hemmschwellen abzubauen und positive Bewegungserlebnisse zu fördern. Denn es geht es bei weitem nicht nur um verbesserte Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination. Das gegenseitige Kennenlernen und ein positives soziales Klima stehen ebenfalls im Mittelpunkt.

 

Darüber hinaus kann körperliches Training die Frauen in ihrem Alltag unterstützen sowie Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit fördern. Erfolgreiche Programme wie das des Unisports Jena zeichnen sich auch dadurch aus, dass sie Menschen unterschiedlicher Herkunft miteinander in Kontakt bringen. „Integration funktioniert nur über „positive“ Reibungen“, so Anne Greule, die Trainerin des Frauensports. „In dem Moment, in dem man merkt: Hier macht ihr etwas anders als wir es normalerweise tun, hier haben wir unterschiedliche Vorstellungen von normal, kann man miteinander ins Gespräch kommen und sich gegenseitig erklären. Das legt den Grundstein für ein interkulturelles Verständnis.“

 

Die Welcome Initiative des Unisports Jena besteht bereits seit Oktober 2015 und wird vom ehrenamtlichen Einsatz eines kleinen Teams getragen, das sich vor allem aus Studierenden und Promovierenden der Uni Jena zusammensetzt und jederzeit für motivierte Neuzugänge offensteht. Neben den wöchentlichen Sportkursen bietet die Welcome Initiative zahlreiche weitere sportliche Aktivitäten für Geflüchtete an: Schwimmkurse wurden für erwachsene Nichtschwimmer angeboten, es gibt eine Fußballmannschaft der Uni-Liga mit Geflüchteten und Deutschen, eine afghanische Fußballmannschaft und einen offenen Fußballtreff. Neben den Kursen gibt es mehrmals im Jahr Sporttage für die ganze Familie. Hier stehen vor allem der Kontakt und der Spaß im Vordergrund, egal, ob Wassersportarten ausprobiert, Kampfsportschnuppertrainings angeboten werden oder man gemeinsam Drachen steigen lässt. Solche Angebote bieten einen Raum für Begegnungen, der im Alltagsleben vieler Deutscher sonst nicht besteht. „Das hat einen Multiplikatoreffekt, der auch in die deutsche Gesellschaft hinein wirkt“, schildert Anne ihre Erfahrungen. „Ich gehe aus jeder Stunde mit einem Grinsen“.

 

Text: Ladyna Wittscher

 

Fotos: BAMF, Sara Tomšić


05.08.2019 10:01