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Basketballer räumen ab

Prof. Christoph Englert stellt sich zur Wahl

Präsidentschaftskandidat für den USV Jena im Interview


Foto: FLI/Nadine Grimm

Herr Professor Englert stellt sich als neuer Präsidentschaftskandidat für den USV Jena vor. Wir haben ihm ein paar Fragen gestellt, um ihn bereits ein wenig besser kennenzulernen. 

 

Herr Englert, kommen Sie aus Jena?

 

Ich bin in Oberbayern, in der Nähe Münchens aufgewachsen. Zum Studium bin ich nach Tübingen gegangen und dann nach Stationen in München, Boston (USA), Karlsruhe und Würzburg 2004 in Jena gelandet. Ich bin also kein Jenenser, aber als Jenaer betrachte ich mich schon. Der Grund war der Beruf, in diesem Fall ein Ruf an die Friedrich-Schiller Universität Jena, verbunden mit der Leitung einer Arbeitsgruppe am Leibniz Institut für Alternsforschung.

 

Sie sind Professor für Molekulargenetik und forschen am Leibniz-Institut für Alternsforschung zum Thema, wie Gene die Entwicklung und das Alter steuern - ein hoch interessantes Thema, welches jedermann betrifft. Können Sie zusammenfassen, wie Sie zu dem Bereich gekommen sind und welche Erkenntnisse Sie in Ihrer Forschung bereits gewinnen konnten?

 

Ich habe mich schon immer sehr für Fragen der Entwicklung von Organismen interessiert. Besonders fasziniert mich dabei die Rolle einzelner Gene für die Bildung von Organen; gleichzeitig führen Mutationen, also Veränderungen in solchen Genen, zu bestimmten Krankheiten des Menschen. Wir wissen mittlerweile, dass Gene auch eine große Rolle beim Altern und verschiedenen, mit dem Altern in Zusammenhang stehenden Vorgängen spielen. Das gilt zum Beispiel für das Phänomen der Regeneration, die bei uns Menschen mit dem Altern zunehmend schlechter wird.   

 

Eines der größten Projekte meines Labors - zusammen mit zwei weiteren Kollegen am Institut - war die Etablierung eines neuen Tiermodels in der Alternsforschung, des sogenannten türkisen Prachtgrundkärpflings. Dieser Fisch stammt aus Südostafrika und hat eine extrem kurze Lebensspanne. Er lebt nur etwa vier bis zwölf Monate, ist uns Menschen aber genetisch relativ ähnlich. Er altert im Zeitraffer und trotzdem können wir auch an ihm ein Nachlassen der Regenerationsleistung mit dem Altern feststellen. Derzeit versuchen wir herauszufinden, was der Grund für diese schlechtere Regeneration mit Alter ist. Letztlich wollen wir dazu beitragen, die Regeneration verschiedener Organe des Menschen wie z.B. Herz oder Nieren zu verbessern.      

 

Nun aber mehr in die sportliche Richtung: Welchen Sport nutzen Sie, um Ihre Energie rauszulassen und ein wenig vom Alltag abzuschalten?

 

Nachdem ich als Jugendlicher vor allem geschwommen und dann viele Jahre gelaufen bin, mache ich seit 2014 relativ intensiv Triathlon. Das ist nicht nur eine Möglichkeit, Energie rauszulassen, sondern auch Energie zu tanken.  

 

Welchen Stellenwert hat Sport in Ihrem Leben?

 

Immer eine großen, derzeit einen sehr großen. 

 

Ein Leben ohne Sport - für Sie vorstellbar?

 

Nein, das ist für mich nicht vorstellbar. 

 

Sie nehmen in Kürze am Ironman auf Hawaii teil, dem ältesten Triathlon auf der Langdistanz. Das verlangt viel Disziplin, Vorbereitung und Motivation - erzählen Sie uns doch, wie es dazu kam und was Sie sich für die Teilnahme vornehmen?

 

Ich bin mehr oder weniger durch Zufall zum Triathlon gekommen. Ein Freund, der im Winter regelmäßig zum Schwimmen nach Apolda fährt, hat mich einmal mitgenommen und dort habe ich einen Triathleten kennengelernt, der sich gerade auf eine Langdistanz vorbereitet hat. Nach einigen gemeinsamen Trainings war ich so angefixt, dass ich beschlossen habe, es auch einmal mit Triathlon zu versuchen. Dann ging alles relativ schnell. Ich habe 2014 meine erste Olympische Distanz in Moritzburg und 2015 meine erste Langdistanz in Roth, einem Mekka der deutschen Triathlonszene gemacht. Damals war der Mythos Ironman auf Hawaii zwar weit weg, aber doch im Hintergrund immer wieder präsent. Die Kinder waren mittlerweile aus dem Haus und meine Frau hat zugestimmt, dass ich mich 2019 für Hawaii zu qualifizieren versuche. Das hat dann auch tatsächlich im Juni diesen Jahres in Frankfurt geklappt. Das Mindestziel ist durchzukommen; über mein persönliches Ziel kann ich erst hinterher sprechen. 

 

Welche Berührungspunkte hatten Sie bisher mit dem USV Jena?

 

Ich bin seit über zehn Jahren Mitglied im USV und zwar in der Abteilung Ausdauerlauf. 

 

Was hat Sie dazu bewogen, das Amt des Präsidenten in Erwägung zu ziehen?

 

Ausschlaggebend war für mich, dass der USV und das Konzept dahinter für mich immer sehr positiv besetzt waren. Die Breite und Vielfältigkeit des Sportangebots und das Engagement der Trainer finde ich beeindruckend. Ich habe viele Jahre vom Angebot des USV Jena profitiert. Als ehrenamtlicher Präsident kann man vielleicht etwas zurückgeben. 

 

Was würden Sie sich für Ihre Amtszeit vornehmen?

 

Für eine programmatische Antwort ist es noch etwas früh. Ich bin gerade dabei, mich mit den Personen und Strukturen des USV vertraut zu machen und muss auch erst einmal gewählt werden. Sport hat für mich sehr vielfältige Funktionen. Ich nenne nur ein paar Aspekte. Neben der gesundheitlichen Funktion kann Sport stark integrativ wirken. Ich betrachte Breiten- und Leistungssport als komplementär. Jeder sollte sich die Ausübung von Sport leisten können. Gleichzeitig gibt es immer wieder neue Sportarten, die man als großer Verein wie der USV Jena im Auge haben und integrieren muss. 

 

Der UNISPORT Jena hat sich gerade mit der UNISPORT Card neu erfunden - haben Sie schon etwas von der Card gehört und wenn ja, was sehen Sie in ihr für die Jenaer Sportlandschaft?

 

Ich habe von der UNISPORT Card gehört und finde sie eine sehr sinnvolle Maßnahme. Sie bietet den Teilnehmenden einen flexiblen Zugang zu einem umfassenden Sportprogramm zu einem attraktiven Preis.


03.10.2019 11:45