Universitätssportverein Jena e.V.
Sie sind hier: Startseite » Nachrichten
Wir suchen Servicekräfte (m/w)

Ö-vik, wo ist denn das?

6 Tage lang schaute die ganze OL-Welt nach Höga Kusten, besser gesagt nach Örnsköldsvik (von den Einheimischen auch Ö-vik genannt), denn dort fand dieses Jahr die weltweit größte OL-Veranstaltung statt, der legendäre O-Ringen. Dieses Jahr nahmen über 16 000 waghalsige OLer den Weg in den Norden Schwedens in Angriff, darunter auch 41 Deutsche und davon wiederum 19 Jenenser.


Höga Kusten, ein Küstengebiet zwischen Härnösand und Örnsköldsvik, wurde durch ihre einzigartige Landschaftsform nicht nur im Jahre 2000 zum Weltnaturerbe erklärt, nein, wir durften auch fünfmal OL in diesen tollen Wäldern erleben. Gewohnt haben wir in der Zeit in Örnsköldsvik, einer kleinen, aber feinen Stadt am Bottnischen Meeresbusen mit rund 32 000 Einwohnern. Los ging es mit den ersten beiden Etappen rund um die Arena Domsjö. Schon hier ist Höga Kusten seinem Namen als traumhafte Felsenlandschaft gerecht geworden. Der Wald war gekennzeichnet von einzelnen, aber sehr steilen Bergen, vielen Felswänden und einigen Sumpflandschaften. Quer durch den Wald laufen konnte man eigentlich immer gut, aber die vielen Heidelbeerpflanzen verhinderten doch eine noch schnellere Laufgeschwindigkeit, wobei es in diesem Gelände auch nicht schlecht ist, wenn man mal eine kleine Pause einlegt und wandert. Nach schon zwei sehr intensiven Tagen hatten wir uns den Ruhetag auch verdient! An diesem Tag wollten wir mal etwas anderes machen als laufen zu gehen, deshalb sind wir auf einem nur wenige Kilometer entfernten See Kajak gefahren. Dieses Alternativtraining war ganz gut für uns alle und hat dazu noch riesig viel Spaß gemacht. Am Nachmittag erlebten wir noch den Elite Sprint mitten in der City von Örnsköldsvik als Zuschauer. Die Weltelite einmal live sehen zu können ist etwas ganz Besonderes, und man hat nicht oft die Chance dazu. Also hieß es staunen, jubeln und durchgängig klatschen.

Die 3. und 4. Etappe wurden anschließend in der Arena Backsjö, etwas weiter nord-westlicher, ausgetragen. Der Weg zum Start der 3. Etappe war schon außergewöhnlich. Über 160 Höhenmeter ging es einen Berg hinauf und das schon mitten durch die Wälder. Schon vorm eigentlichen Start war also klettern angesagt, aber dafür wurden wir auch belohnt. Alle OLer hatten schon, bevor sie das Wettkampfgelände betraten, eine einzigartige Panoramasicht auf die umliegende Umgebung. Das war wirklich traumhaft schön und man war gleich noch mehr motiviert auf den Wettkampf. Das Gelände an den beiden Tagen war ähnlich wie das an den Tagen zuvor, aber mit viel mehr Plateaus und offenen Steinplatten. Es war nicht ganz so steil und man konnte das Tempo noch ein bisschen erhöhen. Auf jeden Fall kamen (fast) alle mit einem Lächeln ins Ziel.

Schon relativ fertig, stand nun als letzte Etappe der Jagdstart auf dem Programm. Beim O-Ringen schafft man es in den Jagdstart, wenn man maximal 90 min Rückstand auf den Erstplatzierten hat. Das hört sich erstmal viel an, aber nach 4 Läufen gegen starke schwedische Konkurrenz darf man sich keine großen Fehler leisten, um dies zu schaffen. Dies gelang Till Geiler (H18), Paul Pasda (H21-1) und Steffen Lösch (H55). Wegen nur 3 Minuten zu viel Rückstand verpasste leider Nico Pöhlmann (H16) den Sprung in den Jagdstart. Susen Lösch und Joris Hochstetter stießen erst zur 2. Etappe hinzu, weil sie vorher noch in Finnland zur Studenten-WM die deutschen Farben vertreten hatten und wurden somit auch aus dem Rennen genommen. Diese letzte Etappe in der Arena Skyttis bot uns noch einmal andere Wälder als in den Tagen zuvor. Es gab mehr Wege und vor allem breitere Straßen und in einigen Passagen der Stecke sorgten große Sümpfe für nochmals einen ganz anderen Untergrund im Gelände. Allerdings waren diese aufgrund der lange anhaltenden Trockenperiode fast ganz ausgetrocknet. Trotzdem war wieder große Vorsicht geboten, denn viele Posten standen in feinkuppiertem Gelände und da konnte man sich schnell verirren, aber es war ja Aufholjagd angesagt! Auch an diesem Tag kamen alle ins Ziel, mehr oder weniger glücklich.

In der Gesamtwertung am besten abgeschnitten hat Till Geiler. Er setzte sich als 19. von rund 180 Startern durch. Auch Paul Pasda zeigte einen starken Lauf und konnte sich noch auf Rang 27 von insgesamt 135 Startern vorschieben. Genauso kann Steffen Lösch mit einem guten 57. Platz von 185 Konkurrenten sehr zufrieden sein. Kirsten Röhrich konnte in der D50-Motion noch ganze 6 Plätze aufholen und landete zum Schluss auf einem sehr guten 28. Platz von knapp 100 Teilnehmern.

Nach einer erlebnisreichen Woche und anstrengenden OL-Tagen im Norden von Schweden ist nun dieses Abenteuer auch schon wieder vorbei. Die 54. Auflage vom O-Ringen war wieder mal vollkommen gelungen. Vielleicht sehen wir uns ja im nächsten Jahr wieder, diesmal nicht ganz so weit im Norden: vom 22.07.-27.07.2019 in Kolmarden.

Bilder Till Geiler


20.08.2018 12:44 Kategorie: Orientierungslauf
Von: Till Geiler