Universitätssportverein Jena e.V.
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Berg und Tal

Manchmal ist eine halbe Karte genug

Nachdem meine beiden Kinder nun schon zwei Jahre mit Begeisterung dem Orientierungslauf frönen, entschloss ich mich, Anfang des Jahres dem USV beizutreten und anstatt auf das Ende der Läufe zu warten, einfach selbst mitzumachen.


 Mittlerweile mit Karten und Postenbeschreibungen etwas vertraut, freute ich mich schon auf das Waldtraining am Samstag, dem 13.01.18 auf der Wöllmisse, Nähe Steinkreuz. Die Auswahl bei der Streckenanmeldung fiel mir leicht. Natürlich lang, 6,4 Kilometer mit 22 Posten. Kein Ding.

Start kurz vor 10:00 Uhr bei nasskaltem Wetter. „Januar eben“, dachte ich mir. „Wenigstens liegt kein Schnee und die weißen DIN-A4 Blätter, die als Postenmarkierungen dienen, sind erkennbar“. Ute Lösch munterte mit dem Worten „Bei schönem Wetter kann jeder trainieren“ die Mannschaft noch etwas auf, bevor es an den Start ging. Familie Pasca hatte die Karten erstellt und die Bahnen gelegt. Ich nahm meine Karte für die lange Bahn entgegen, schaute kurz (sehr kurz) darauf und faltete sie zunächst in der Mitte. „Damit liegt sie besser in der Hand“, hatten die alten Hasen empfohlen. Nun ging es los. Manchmal auf Wegen, manchmal durch den Schlamm und oft ab durch die Hecke, wobei beim Kompasslauf definitiv noch Verbesserungsbedarf besteht. Das neblige Wetter und meine beschlagene Brille brachten mir Utes Worte vom Anfang ins Gedächtnis. Und immer mal wieder taucht bei mir die Frage auf „Wo bin ich?“. Doch mit viel Bewegung, manchmal etwas Glück und einmal mit der Hilfe von Matthias Mieth gelang es mir, alle 21 Posten auf der Karte zu finden. Mit gewissem Stolz trabte ich dem Ziel entgegen. Ich lag gut in der Zeit. Ein schöner Lauf…

Doch was war das? Beim Aufblättern der Karte kamen noch ganze 8 Posten mehr (A bis H) zum Vorschein. Und wo die lagen! Kilometerweit entfernt. Darauf war ich nun wirklich nicht eingestellt. Also musste ein Wechsel der Zielvorgabe her. Mensch, mittlere Entfernung geschafft und alle Posten gefunden. Das ist doch was. Mit diesem für mich zufriedenstellendem Ergebnis kam ich im Ziel an.  Als ich von meinem Halbkartenerfahrungen berichtete, bekam ich ein dickes Grinsen, vor allem von Ute. Bei der Auswahl der nächsten Bahnen werde ich mir dieses kurz vor Augen führen. Vielleicht ist manchmal eine halbe Karte auch genug.


04.12.2017 12:44 Kategorie: Orientierungslauf
Von: Sven Opitz