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Der Traum vom schwarzen Gürtel

Jena tritt auf der Stelle

Vor heimischer Kulisse erwartete der USV vergangenen Samstag den Tabellenführer aus Zwickau und das Schlusslicht aus Oelsa – und enttäuschte.


Gegen den UV Zwigge 07 tat man sich schwer.

Beim Spiel gegen die SG Oelsa lief es besser.

Der USV Jena war als einziges Team noch in der Lage, den UV Zwigge 07 eigenhändig von der Tabellenspitze zu schubsen und sich selber den Platz an der Sonne zu sichern. Dafür wurden allerdings zwei Siege gegen die angereisten sächsischen Teams benötigt. Insbesondere gegen das Team aus Zwickau, welches sowohl offensiv als auch defensiv das stärkste Team der Liga ist, sollte dies kein leichtes Unterfangen werden. Immerhin gingen bereits die letzten zwei Spiele gegen diesen Gegner verloren - Anfang Dezember die erste Saisonbegegnung und das Playoff-Halbfinale der vergangenen Saison.

 

So war das erste Spiel des Tages auch gleich das Highlight: Zweitplatzierter empfängt Erstplatzierten und nicht weniger als die Tabellenführung stand auf dem Spiel. Dabei konnte der gastgebende USV allerdings nur phasenweise mithalten und selber Druck entwickeln, wie etwa in der Anfangsphase. Die war bestimmt von zwei defensiv ausgerichteten Teams, wobei Jena seine Taktik zunächst erfolgreicher umsetzen konnte und in der 5. Minute durch Spielertrainer Michael Koch (Assist Stephan Fahr) im bis dahin völlig ausgeglichenen Spiel in Front ging. Die mit drei kompletten Reihen angereisten Sachsen spielten ihren Stiefel allerdings weiterhin gekonnt herunter und übernahmen mehr und mehr die Kontrolle über das Spiel. So geschah es dann auch, dass sie in etwas mehr als 100 Sekunden zwischen der 10. und 12. Minute gleich drei Tore schossen und das Spiel völlig verdient drehten. Dem vorausgegangen waren Unkonzentriertheiten im Defensivspiel, welche konsequent bestraft wurden. Ein Überzahlspiel für den USV ab der 15. Minute sah zwar im Gegensatz zu früher ganz gut aus, brachte aber nichts Zählbares ein. Noch vor dem Pausenpfiff erhöhte Zwickau dann auch noch auf 4:1 und ging zu Recht mit dieser Führung in die Halbzeit.

 

Da ein Rückstand von drei Toren im Kleinfeld quasi nichts ist, war aber noch lange nicht alles verloren. Es galt zunächst weiterhin aus einer gesicherten Defensive heraus Druck nach vorne aufzubauen, was aber nicht so recht klappen wollte. Bis zur 33. Minute fiel daher auch kein weiteres Tor, was an gut verteidigenden Zwickauern lag, die nur wenige Chancen zuließen und die Chancen, die sie zuließen, wurden teilweise erbärmlich vergeben (etwa wenn ein liegender Torwart einfach angeschossen wird, anstatt den Ball über diesen zu befördern). Zwickau seinerseits spielte sich weiter gute Chancen heraus, wodurch Goalie Finn Jung ordentlich beschäftigt wurde. Da aber ohne zusätzliches Risiko einfach kein Jenaer Tor fallen wollte, wurde nun die Order ausgegeben mehr nach vorne zu tun, was aber auch die Anfälligkeit für Konter erhöhte und in der 33. und 34. Minute durch zwei weitere Treffer Zwickaus bestraft wurde. Auszeit Jena. Nun musste man hinten völlig aufmachen und mit allen Männern nach vorne stürmen. Ob man 1:6 oder 1:10 verliert war jetzt auch egal. Nur 19 Sekunden nach der Auszeit und dem sechsten Gegentreffer für Jena konnte S. Fahr den Spielstand etwas erträglicher gestalten, doch das war es dann auch schon wieder mit zählbaren Erfolgen. In der 36. Minute erhöhte Zwickau den Spielstand auf 7:2, was gleichzeitig auch das Endergebnis darstellte. Die letzte halbe Minute nahm Jena zwar noch den Goalie raus, um einen weiteren Ehrentreffer zu erzielen, doch mehr als Ballbesitz und ein paar Schüsschen sprangen nicht mehr heraus.

Mit der Niederlage im Gepäck und der Gewissheit, dass der erste Platz nur noch theoretisch erreichbar ist, konnte ruhig in das Spiel gegen die SG Oelsa gestartet werden. Da die Ostsachsen nur mit vier Feldspielern anreisten und bereits ein Spiel gegen Zwickau in den Beinen hatten, war auch klar, dass Oelsa simpel gesprochen nur platt gelaufen werden musste. Die erste Halbzeit entwickelte sich dann auch recht erwartungsgemäß. Solange Oelsa noch Kraft hatte, hielten sie in der Defensive mit, nach vorne geschah dann aber nicht allzu viel, weswegen Goalie Jerome Thomä nicht allzu viel zu tun bekam. Manuel Hallabrin (Robert Fischer) netzte in der 5. Minute zum 1:0 und André Walther (S. Fahr) im Powerplay in der 9. Minute zum 2:0. Oelsas einziger Treffer des Spiels fiel dann nur wenige Sekunden später, sodass der Spielstand überraschend eine Weile recht offen blieb. Noch vor der Pause begannen die Kräfte der Ostsachsen allerdings allmählich zu schwinden, so trafen S. Fahr in der 15. und 17. Minute (Marcus Richter) und M. Hallabrin (Sebastian Röhr) in der 19. Minute zum 5:1-Halbzeitstand. Nichts, weswegen man sich lange auf die Schulter klopfen konnte, insbesondere mit einem Blick auf die Auswechselbank Oelsas, denn dort lag ein Spieler bereits mit Krämpfen auf den Boden. In der zweiten Halbzeit brachen dann auch alle Dämme und Jena schoss weitere 13 Treffer durch S. Fahr (3), A. Walther (3), S. Röhr (2), M. Hallabrin (2), R. Fischer (2) und Oliver Mörchel mit Assists von S. Fahr (2), S. Röhr (2) und M. Koch. Besonders die verhältnismäßig wenigen Assists sind dann aber schon auffällig für das Jenaer Spielsystem. Der 18:1-Erfolg kann insgesamt zwar als standesgemäß, aber nichtsdestotrotz nur als „akzeptabel“ bezeichnet werden, wenn eben bedacht wird, wie wenige Oelsaer da tapfer kämpften und sogar nach Krämpfen und anderen Blessuren weiterspielten. „Unter 20!“ war daher auch zu Recht der freudig ausgerufene Satz des Oelsaer Goalies nach der Schlusssirene. Die Tore von S. Fahr zusammengezählt führten allerdings auch auf Jenaer Seite zu Freude, denn das waren fünf in einem Spiel und nach Adam Riese ist das ein Kasten Bier. Glückwunsch an den neuen Bierbeschaffer!

 

Im anderen Spiel des Tages trennten sich der UV Zwigge 07 und die SG Oelsa mit 15:1.

 

Nach dem Spieltag zeigt sich die Tabelle recht vertraut für den USV Jena. Zum dritten Mal in Folge hat man nämlich nach genau 10 Spielen 7 Siege, 1 Unentschieden und 2 Niederlagen auf dem Konto, also 22 Punkte. Woher diese seltsame Konstanz kommt, weiß wahrscheinlich nicht mal der König. Insgesamt zeigte Zwickau Jena an diesem Tag aber auch klar die Grenzen der eigenen Möglichkeiten auf und verdeutlichte, warum sie im Moment das Maß aller Dinge in der Regionalliga Kleinfeld 2 sind. Ohne viel Training wird den Zwickauern in dieser Saison kaum beizukommen sein, da sie es im Gegensatz zu früher nun bewerkstelligen, 40 Minuten konzentriert und taktisch diszipliniert durchzuspielen. Technisch stark waren sie ja schon immer. Es bleibt aber auch noch genug Zeit, um den Spieß spätestens in den Playoffs wieder umzudrehen. Da Jena sicher auf Rang 2 rangiert und von da auch nicht mehr wegzuholen ist, kann die anstehende Arbeit voll auf die Playoffs ausgerichtet werden. Bevor diese stattfinden, gilt es aber noch den letzten Spieltag zu absolvieren. Dabei wird der USV Jena erneut gegen den UV Zwigge 07 und die SG Oelsa antreten, und zwar am 6.4. in Zwickau. Eventuell können da schon erste Früchte aus dem Training geerntet werden. Und wenn nicht: man sieht sich in den Playoffs (;

 

Für den USV Jena spielten: Finn Jung (Goalie), Jerome Thomä (Goalie), Robert Fischer (2 Tore/ 1 Assist), Manuel Hallabrin (4/0), Sebastian Röhr (2/3), Michael Koch (1/1), Stephan Fahr (6/4), André Walther (4/0), Oliver Mörchel (1/0), Marcus Richter (0/1)

 

BILDER gibt es hier.

  


27.02.2014 19:36 Kategorie: Floorball
Von: Sebastian Röhr