Universitätssportverein Jena e.V.
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Bye bye Hannah!

GutsMuths-Rennsteiglauf und der USV Jena

Mitglieder USV Jena gehören zu den Gründern des GutsMuths-Rennsteiglaufes, der 2022 seine 50.Auflage feiert.


Eigentlich wäre diese Feier aber schon in diesem Jahr dran und als Geburtsort müsste man Weimar angeben, weil die Idee und der erste Test von Orientierungsläufern der BSG Lok Weimar ausging.

Als Vorbereitung auf die neu ins Wettkampfprogramm aufgenommene „Langstrecken-Meisterschaft“ (30km) wollten sechs Oler im Frühjahr 1971 einem Trainingslauf von Blankenhain nach Weimar absolvieren.

Die ca. 18 Kilometer lange Strecke führte an der Krakau vorbei nach Müllershausen, von dort zum Kötsch und über Buchfart sowie Vollersroda zurück.

Während dieses Trainingslaufs entstand die Idee eines längeren Orientierungslaufes über mehrere Etappen auf dem Rennsteig. Der Lauf könnte ähnlich der „Internationalen –Friedensfahrt“ der Radsportler organisiert werden.

Im August 1971 wurde dann der „I. Rennsteig – Dauerlauf“ in Eisenach gestartet.

Die Betreuung hatte der Medizinstudenten Lothar Erbs übernommen. Teilnehmer waren der wissenschaftliche Assistent Hans-Georg Kremer, die Studenten Gerhard Porsche, Wolf-Dieter Wolfram, Peter Baumann, der Oberschüler Michael Brehme und der Facharbeiter für Datenverarbeitung Karl-Eberhard Gerlach, bis auf Porsche alle aus Weimar.

Die erste Etappe vom Bahnhof Eisenach bis zum Inselsberg, eigentlich der steilste Abschnitt, stellte für die Gruppe kein Problem dar.

Am zweiten Tag lief die Gruppe bis Oberhof, wo planmäßig ein Ruhetag eingelegt wurde.

Der dritte Abschnitt bis Neuhaus/Rw. war etwa 60 Kilometer lang.

Die ungewohnte Streckenlänge, ein Witterungsumsturz mit Regen und Kälte sowie zunehmende Orientierungsprobleme beim Finden des Rennsteigs, sorgten dafür, dass die letzte Etappe an die Grenzen der Belastbarkeit aller Beteiligten führte.

Ungeeignetes Schuhwerk (es gab ja nix gescheites) und Fieber hatten schon vorher die kleine Gruppe hart getroffen. Einer nutzte für die letzten Kilometer den Linienbus, und der fünfte hatte sich so verlaufen, dass er in Sachsenbrunn abgeholt musste.

Drei Läufer erreichten dann doch gemeinsam das Ziel auf dem Sportplatz in Neuhaus.

In den Jahren 1972 und 1973 wurden weitere Testläufe durchgeführt, aus denen dann der Rennsteiglauf entstand, das ist aber eine andere Geschichte.

Dr. Hans-Georg Kremer war jahrelang „Chef“ des Rennsteiglaufs, Karl E. Gerlach wurde u.a. Viezestudentenmeister während seines Studiums in Jena und betreibt seit über 50 Jahren OL.

Beide sind heute aktive Mitglieder des USV Jena.

 

Bild: Dr. Hans-Georg Kremer

Vor dem Start am Bahnhof von Eisenach, v.l. Gerhard Porsche, Wolf-Dieter Wolfram, Michael Brehme, Lothar Erbs, Karl-Eberhard Gerlach davor das Betreuungs- und Versorgungsfahrzeug „Schwalbe“.

Text: Dr. Hans-Georg Kremer, redaktionell bearbeitet Karl E. Gerlach


05.02.2020 13:23 Kategorie: Orientierungslauf
Von: Karl E. Gerlach