Universitätssportverein Jena e.V.
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Die gute Seele des Kanusports

USV Jena trauert um Gründungsmitglied


Kanusport ist in Jena seit Anfang der 1920er Jahre zu Hause. Seine Heimstadt hatte er im Kanusportverein, der 1919 erstmals in Zeitungsberichten auftaucht und 1923 sogar erste Langstreckenrennen, beispielsweise vom Burgauer Wehr bis nach Kahla organisierte.

 

Die meisten Wettkämpfe waren bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs aber Kanu-Slalom-Wettbewerbe, an denen sich Jenaer Kanusportler beteiligten. Als nach dem Krieg 1952 in der Hochschulsportgemeinschaft (HSG, heute USV) eine Sektion Kanu entstand, wurde die Grundlage für eine sehr erfolgreiche Sportartsektion gelegt.

 

Noch im gleichen Jahr gab es mit Hannelore Sint eine erste DDR-Meisterin. Ende der 1950er Jahre kam Hans Dumke nach Jena und war über viele Jahrzehnte die „gute Seele“ des Kanurennsports an der Universität. Er stammt aus Mecklenburg und legte sein Abitur in Grevesmühlen ab. Als Jugendlicher war er ein guter Handballer. Nach dem Abitur bekam er „nur“ einen Studienplatz für Maschinenbau in Magdeburg, da er zuvor seine Verpflichtung zum Berufsoffizier zurückgezogen hatte. Die Anfang der 1950er Jahre gegründete Deutsche Hochschule für Körperkultur (DHfK) warb zu dieser Zeit intensiv sportlich Interessierte für ein Sportstudium. Hans Dumke schaffte problemlos die Aufnahmeprüfung und konnte in Leipzig studieren; anfangs jedoch bei den Ringern. Wegen einer Knieverletzung empfahl ihn ein Freund, doch zum Kanusport zu kommen, da er dort sitzen könne. Schon ein Jahr später, 1957, wurde er DDR-Meister mit der DHfK-Viererstaffel.

 

Nach seinem Studium arbeitete Dumke als Sportlehrer an der Zeiss-Berufsschule. Klaus Weigelt und Gerd Plonka konnten ihn für die sehr leistungsstarke Kanu-Sektion der HSG gewinnen. 1959 wurde er mit Dieter Rodeck, Dieter Hüttich und Peter Hösel DDR-Meister in der K1-Staffel über 4 x 500 Meter. Die Universität konnte Hans Dumke von Zeiss „abwerben“ und ihn als Hochschullehrer für die Sportarten Kanu und Judo verpflichten. Da seine Frau Karin ebenfalls eine erfolgreiche Kanutin war, spielte sich ein Großteil des Familienlebens im Bootshaus an der Saale ab.

 

In der Sportlehrerausbildung der Universität hat Hans Dumke die Touristik- und Wasserfahrsportlehrgänge mit aus der Taufe gehoben und bis zum Ausscheiden aus dem Berufsleben geleitet. Hans Dumke war außerdem 1984 Gesamtleiter der DDR-Studentenmeisterschaften im Orientierungslauf und 1990 Gründungsmitglied des USV.

 

Am 24. Dezember 2021 ist nun Hans Dumke im Alter von 87 Jahren in Öttern im Kreise seiner Familie verstorben.

 

Dr. Hans-Georg Kremer


06.01.2022 09:45