Universitätssportverein Jena e.V.
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Unsere Stilrichtungen

Es wird Training in den Stilrichtungen Shôtôkan-Ryû, Shima-Ha Shorin-Ryû und Kissaki-Kai angeboten. Zusätzlich kann man den Umgang mit traditionellen Waffen (Bo und Sai) im Yamanni Chinen-Ryû Bojutsu erlernen.

Der Shôtôkan-Stil ist die am weitesten verbreitete Stilrichtung im Karate-Do. Charakteristisch für diese Stilrichtung ist ein tiefer und damit fester Stand, der hohe Stabilität und kraftvolle Bewegungen ermöglicht. Ein weiteres Merkmal des Shôtokan-Stils ist, dass jede Hand- und Fausttechnik mit einer Drehung um die Längsachse von Arm und Hand durchgeführt wird. Jede Shôtôkan-Technik kann entweder als eine Angriffstechnik oder als eine Verteidigungstechnik eingesetzt werden. Wendungen der Stände werden im Gegensatz zum z.B. Gojo-ryu oder Shito-ryu vom hinterem Fuß initiiert. Shôtôkan-Techniken zielen, im Gegensatz zu oben genannten Stilen, auf die vertikale Körpermitte des Gegners, also die Linie vom Kinn über Solarplexus bis zu den Genitalien.

Shorin Ryu ist neben dem Goju Ryu eine der großen Karate-Stilrichtungsfamilien aus Okinawa. Die Stilrichtung entstand wahrscheinlich im Laufe des 19. Jahrhunderts auf Okinawa noch bevor Karate in Japan bekannt war. Wer genau Shorin-Ryu begründet hat, ist unklar, da die Entwicklungen vom okinawanischen Tode, später auch Okinawa-Te genannt, zum Shorin Ryu fließend waren. Shorin Ryu vereint grob gesagt die Konzepte der beiden Hauptsysteme Shuri-Te und Tomari-Te, die ihren Namen von den Städten erhalten haben, in denen diese Stile entwickelt worden. Oft wird Shorin Ryu Sokon Matsumura (1792-1887) zugeschrieben. Andere Quellen sehen in Matsumuras Lehrer Tode Sakugawa bereits den Wegbereiter dieser Stilrichtung. Sicher ist, dass beide maßgeblich an der Weiterentwicklung des Okinawa-Te hin zum Shorin Ryu mitgewirkt haben, indem sie Elemente des in China erlernten Quanfa in das Okinawa-Te integriert haben. Das Shima Ha Shorin Ryu beruht auf den Prinzipien des Yamanni Chinen Ryu, wobei darauf geachtet wird den Seichusen (Mittellinie) zu schützen und sich so zu bewegen, dass dem Gegner wenig Angriffsfläche geboten wird. Die Techniken rasten im Shorin Ryu genau so wenig ein wie im Yamanni Ryu. Der Energiefluss wird im Endpunkt nicht durch Körperspannung gestoppt. Das ist der gravierenste Unterschied zu anderen Karate-Stilen.

Kissaki-Kai Karate-Do wurde 1993 von Sensei Vince Morris gegründet. Auf der
Grundlage von Shôtôkan beschäftigt es sich mit der Rückführung des Karate zum
originalen System der Selbstverteidigung. Es werden Techniken und Bunkai
(Anwendungen) der Kata verwendet, die im Sportkarate nicht vorkommen, aber ins
Repertoire des Karate als System der Selbstverteidigung gehören. Für diese
Stilrichtung charakteristisch ist die praktische Anwendung der "Rules of
Combat", also von Regeln, die in einem Kampf im Ernstfall beachtet werden
müssen. Nicht zu verwechseln mit Wettkampf-Regeln.