Offene Thüringer Hochschulmeisterschaften
Ski-Nordisch 2009
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Die offenen THM Ski-Nordisch wurde vom 30.1.-1.2.2009 in Schmiedefeld am Rennsteig ausgetragen. Die Veranstaltung fand innerhalb der Deutschen Hochschulmeisterschaften statt.

Dr. Hubert Brühl
Direktor Breitensport u. Ausbildung,
Schirmherr DHM Skilanglauf
Presseinfo vom 19.11.2008
Skimeisterschaften werden geöffnet
Der Hochschulsport der Uni Jena und der USV haben gemeinsam mit dem WSV Schmiedefeld die Organisation der nächsten Deutschen Hochschulmeisterschaften im Skilanglauf übernommen. Diese finden vom 30. Januar bis 1. Februar 2009 in Schmiedefeld statt. Im Wettkampfprogramm ist als Neuerung ein Meisterschaftslauf im Bergsprint unter Flutlicht auf der Schmiedefelder Skipiste, die als längste in Thüringen gilt, ausgeschrieben. Für die etwa 2,5 km lange Runde ist für die Zeitschnellsten (männlich/weiblich) je ein Studentenbike ausgelobt. Der Bergsprint und auch die übrigen Wettbewerbe (Einzel- und Staffellauf) sind als „offene Thüringer Hochschulmeisterschaften“ ausgeschrieben, wodurch sie auch für „Nichtstudenten“ geöffnet wurden. Die Ausschreibung und das Anmeldeformular befindet sich im Internet unter www.usvjena.de.
Der USV organisiert gleichzeitig im Schmiedefelder „Rennsteiglaufhotel“ ein Traditionstreffen aller ehemaligen Wintersportler, die beim USV oder dem Vorgängerverein (HSG Uni Jena) bzw. beim Studentensport in Jena trainiert haben. Angefangen bei Dr. Lother Köhler und Prof. Dr. Manfred Thieß bis hin zu Dr. Hubert Brühl haben schon die ersten ehemaligen Abteilungs- und Übungsleiter zugesagt. Alle „Ehemaligen“ sind aufgerufen, sich beim USV zu melden (03641/945761 Fax 945762) oder USV Jena e.V. Oberaue1 07745 Jena.
Historisches vom Jenaer Uni Skisport von Dr. Hans-Georg Kremer, Leiter Hochschulsport der Friedrich-Schiller-Universität Jena
www.sport-geschichte-jena.de

1958 - Sportgruppe Uni Jena mit Helga Weckel
Sportgeschichte korrigiert
In der einschlägigen Fachliteratur zur Geschichte des Wintersports in Thüringen werden im Februar 1947 die ersten Hochschulmeisterschaften in Deutschland nach 1945 überhaupt angeführt. Danach fanden Wettkämpfe im Torlauf, Abfahrtslauf und Spezialsprunglauf statt. In seiner Chronik des Skisports in der Deutschen Demokratischen Republik, die als offizielles Standartwerk des Deutschen Skiverbandes gilt, hat Gerd Falkner noch 2002 diesen Wettkampf angeführt. Seit Jahren suchen die Sporthistoriker der Friedrich-Schiller-Universität Jena nach konkreten Quellen oder Zeitzeugen zu diesem Wettkampf. In Vorbereitung der Deutschen Hochschulmeisterschaften Ski-nordisch, die Ende Januar 2009 in Schmiedefeld am Rennsteiglauf stattfinden, wurden jetzt Fotos im Fotoarchiv des USV aus der Zeit von vor 1950 ausgewertet. Dabei fiel ein Foto auf, bei dem offensichtlich Wintersportler mit Startnummern bei einer Siegerehrung zu sehen sind. Dr. Horst Baacke, einer der Teilnehmer an diesen Wettkämpfen konnte sich erinnern, dass es sich um einen Skilehrgang der Universität Jena in Georgenthal gehandelt hat, an dem auch Studierende der Universitäten Berlin, Leipzig und Halle teilnahmen. Er hat dazu sogar noch eine Urkunde, da er im Abfahrtslauf einen zweiten Platz belegt hatte. Die Wettkämpfe wurden laut Urkunde als Skivergleichskämpfe der Universitäten Berlin, Halle, Jena und Leipzig bezeichnet. In Georgenthal fanden Langläufe und Eishockey statt. In Oberhof organisierte ein ortsansässiger Sportverein Wettkämpfe im Abfahrtslauf, Slalom und Skispringen. Daran nahmen die Studenten teil und führten eine eigene Wertung und Siegerehrung durch. Von dieser stammt das Foto. Unter den Teilnehmern befand sich auch ein Jenaer Student, dem ein Unterschenkel amputiert war, womit der Wettkampf auch einer der ersten Skiwettkämpfe für Behinderte gewesen ist.
Der Skilehrgang 1947 in Georgenthal wurde vom damaligen Studentenrat und dem Sportreferenten Walter Barton organisiert. Die Universität hatte in Georgenthal eine große Villa als Ferienheim eingerichtet. Die Mehrzahl der Jenaer Teilnehmer wollte später Sport studieren. Da die Ausbildung von Sportlehrern in Jena noch nicht genehmigt war, nutzten sie alle Sportangebote, um sich auf den in Vorbereitung befindlichen Studiengang vorzubereiten.
Der Versuch der Jenaer Studenten, 1948 offiziell Hochschulmeisterschaften im Wintersport in Oberhof zu organisieren, scheiterte an einem Verbot durch die Sowjetische Militäradministration, die überregionale Studentenwettkämpfe nicht genehmigte. Erst im Februar 1949 gelang es dann, offizielle Hochschulmeisterschaften im Wintersport der Ostzone in Oberhof durchzuführen.
1950 Jenaer Kühnert in Oberhof dabei
Auf Grund seiner geographischen Lage kann man Jena nicht gerade als Wintersportzentrum bezeichnen. Trotzdem gab und gibt es immer wieder herausragende Wintersportler in Jena. Vielfach sind sie mit der Universität verbunden, da an dieser oft Studenten sind, die zu Hause aktiv Wintersport betreiben. Zu den ersten über Thüringen hinaus erfolgreichen alpinen Skisportlern zählten die Studenten Pauli und Miller. Der Österreicher Miller studierte in den 1930er Jahren in Jena Physik. Er hatte bei den Mitteldeutschen Hochschulmeisterscharten 1935 je einen ersten Platz im Abfahrts-Kombination und bei den Deutsche Hochschulmeisterschaften in Garmisch Platz drei in der Kombination belegt. Bereits seit Mitte der zwanziger Jahre organisierte der Universitäts-Turn- und Sportlehrer Hermann Eitel
Universitäts-Skimeisterschaften, die meist in Gehlberg stattfanden. 1935 konnte bei diesen Wettkämpfen der Sportstudent Pauli im Abfahrtslauf Heinz Miller schlagen.
Nach dem Krieg organisierten skilaufinteressierte Studierende bereits im Februar 1947 einen Skilehrgang im Ferienheim der Uni in Georgenthal, der in der Sportgeschichtsschreibung als erste Ski-Hochschulmeisterschaften in der Sowjetischen Besatzungszone Eingang fand. Als Wettkämpfe wurden Torlauf, Abfahrtslauf, Langlauf und Spezialsprunglauf organisiert. Nach Archivunterlagen beteiligten sich an diesem Lehrgang und an den Wettkämpfen auch Studenten der Universitäten Berlin, Leipzig und Halle. Als 1950 die ersten offiziellen DDR-Studentenmeisterschaften im Wintersport in Oberhof stattfanden, gingen auch Jenaer an den Start, konnten allerdings keine Medaillen erringen. Werner Kühnert startete sowohl im Spezialsprunglauf als auch im Abfahrtslauf.
1953 machte dann Klaus Franke von sich reden, der die Meisterschaften der Sportvereinigung (SV) Wissenschaft im Torlauf und in der Alpinen Kombination gewann. Die SV Meisterschaften hatten die DDR-Studentenmeisterschaften abgelöst. Im folgenden Jahr reihte sich dann Werner Kühnert mit einem Sieg in der Nordischen Kombination und Günther Scheidt mit dem ersten Platz im Torlauf in die Siegerlisten der alpinen Skisportler der Jenaer Universität ein. Zu dieser Zeit gehörte auch die junge Assistentin am Institut für Körpererziehung, Eleonore May zu den erfolgreichen alpinen Skiassen. Sie war vor allem bei den Bezirksmeisterschaften in Lobenstein mehrere Jahre im Torlauf und im Abfahrtslauf erfolgreich.

1947 - Uni Skimeisterschaften
1956 Sprungschanze am Nordhang des Forstes
Die Wintersportarten hatten es in Jena immer sehr schwer. Ausschlaggebend dafür waren häufiger Schneemangel und vor allem die Konkurrenz anderer Sportarten wie Turnen, Leichtathletik und Fußball. Dass Jena sogar im Sprunglauf und in der Nordischen Kombination erfolgreiche Wintersportler hatte ist weitestgehend unbekannt. Bei den 1. Studenten-Wintersportmeisterschaften der DDR 1951 in Brotterode wurde Werner Kühnert von der HSG Jena Silbermedaillengewinner im Spezialsprunglauf. Ebenfalls Silber errang er 1953 bei der ersten Zentralen Wintersportmeisterschaft der Sportvereinigung Wissenschaft (SV) in Oberwiesenthal und 1954 holte er sich sogar Gold bei den SV Meisterschaften in Lauscha. In Lauscha war er sozusagen auf heimatlichem Territorium, da er aus dem nur wenige Kilometer entfernten Pisau stammt und häufig auf der Lauschaer Großschanze trainiert hatte. Sprünge über 50m waren keine Seltenheit von Werner Kühnert.

1956: Sportler beim Arbeitseinsatz beim Sprungschanzenbau in Jena
Er war Ende der vierziger Jahre als Sportstudent nach Jena gekommen und wurde nach Abschluss seines Studiums 1952 als erster Hochschulsportlehrer für den „Allgemeinen Studentensport“ an der Universität eingestellt. Außer dem Skisprung musste er als „Nordischer“ auch den Langlauf gut beherrschen. Viele Medaillen errang er hierin bis in die sechziger Jahre bei den Meisterschaften des Bezirkes Gera. Bei den Studentenmeisterschaften der DDR 1957 in Lauscha kam er zu einem Sieg über 10km in der akademischen Klasse (für Mitarbeiter von Hochschulen).
Dies dürfte aber nicht dafür ausschlaggebend gewesen sein, dass 1956 in Jena von Mitgliedern der BSG Motor Schott im NAW mit dem Bau einer Sprungschanze begonnen wurde. Mitte der fünfziger Jahre setzte auf Grund der hervorragenden internationalen Erfolge von Skispringern, wie Harry Glass, eine gezielte Förderung dieser Sportart in der DDR ein. Besonders in Thüringen hatte jeder Ort, der über einen einigermaßen geeigneten Berg verfügte, eine Sprungschanze. In Jena begann man mit dem Bau einer Schanze an einem Nordosthanges des Forstes zwischen Waldschlösschen und oberen Mädertal. Initiator und Bauleiter des Projektes war der Skitrainer Willy Franke. Die Reste in Form einer Waldschneise finden Ortskundige heute noch. Der Bau wurde aber nicht vollendet. Die Schanze geriet bald in Vergessenheit und die Jenaer Wintersportler konzentrierten sich auf den Skilanglauf.

Skispringer Werner Kühnert von der HSG Jena bei einem Sprung auf der Schanze in Oberwiesenthal. Er holte 1951 in Brotterode Silber bei den 1. DDR-Studentenmeisterschaften.

