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Erfolgreicher Oktoberabschluss

Deutschen Meisterschaften Staffel-Orientierungslauf

Mit insgesamt 7 Staffeln am Start konnte der USV Jena eine Medaille bei den Altersklassen und einen 5. Platz in der Herren Elite aus dem sächsischen Pulsnitz mit nach Hause nehmen.


Der Wald rund um Pulsnitz, etwa eine halbe Autostunde nordöstlich von Dresden gelegen, war vielen noch von einem Drei-Tage-Orientierungslauf knapp anderthalb Jahre vorher bekannt. Und so wurden auf der Hinfahrt frühmorgens am Samstag, den 16.09.2017 im Auto die alten Karten herausgeholt und eifrig diskutiert und gefachsimpelt, welcher Teil der Karte diesmal genutzt, wo der Ziel- und Wechselbereich, wo die Schlussrunde sein würde und welche orientierungs-technischen Konsequenzen das jeweils hätte. Anhand der Ausschreibung gab es einige Anhaltspunkte. Außerdem wurde die Staffeltaktik besprochen und anhand der alten Karten und der Erinnerung versucht sich möglichst gut auf das Gelände einzustellen. In Erinnerung geblieben waren vor allem die vielen Steine und der reichliche Unterbewuchs, was einerseits für einen sehr hohen technischen Anspruch und andererseits für schweres, ruppiges Geläuf sorgte, das dazu noch durch diverse zu bezwingende Berge ergänzt wurde. Der ganze Orientierungsläufer war also gefordert.

Mit dabei waren kein Damenteam in der Hauptklasse, ein sehr junges Herrenteam und erfreulich viele Altersklassen-Staffeln. Herren-Startläufer Florian Pasda unterliefen wie fast allen Konkurrenten mehrere kleine Fehler, sodass er nach starker Schlussrunde trotzdem auf dem vierten Rang mit Tuchfühlung zu Bronze auf Joris Hochstetter übergeben konnte. Diesem unterlief nach dem guten Anfangsteil ein etwas größerer Fehler, sodass er ein paar Minuten später von dem schnelleren Hamburger überholt wurde, zeigte aber ansonsten einen anständigen Lauf. Schlussläufer Veit Slodowski, der beste im Team, war dann sehr schnell an den Hamburger Schlussläufer heran gelaufen. Allerdings machte er in der Folge so viele Fehler (es reichte zwar immer noch, um insgesamt schneller als seine Staffelkollegen zu sein, aber das stellt einen Leistungssportler natürlich nicht zufrieden), dass der Hamburger außer Reichweite war. Souverän hielt er auf der Schlussrunde allerdings die Seesener Staffel auf Distanz. Es gewann die Staffel vom Ausrichterverein Post SV Dresden.

Bei den Damen gewann die Gundelfinger TS (bei Freiburg). Die Jenaer Damenstaffel kam nicht zustande, weil die Anreise aus Schweden und sogar Nordnorwegen doch sehr weit ist; prinzipiell ist aber zu überlegen, ob dieser Aufwand sich angesichts dessen, dass man (bzw. frau) bei einem Start das klare Favoritenteam wäre, nicht doch lohnen würde.

Als Fazit muss man auf jeden Fall ziehen, dass die junge Herrenstaffel auf so einem Niveau ist, dass sie trotz durchweg durchwachsener Leistung immer noch einen 5. Platz holen kann und damit das zweitbeste Vereinsergebnis überhaupt und das ohne den vielmaligen Deutschen Meister Sören Lösch, der verhindert war.

Deutlich besser stellten es unsere Frauen der Altersklasse D145, also der Staffel, die in Summe 145 Jahre oder älter sind, an. Gabriele Kirchner, Anke Zentgraf und Sabine Bräuer (wer wie alt ist, wird nicht verraten; sie waren aber in Summe nicht viel über der 145) führten sogar zwischenzeitlich und konnten überraschend die Bronzemedaille im „Babyboomer“-, also stark besetzten Feld gewinnen und damit die Ehre des USV hochhalten.

Außerdem konnten Antonia Bräuer, Elin Hochstetter und Liv-Grete Lichter bei den Mädels bis 14 Jahre den 6. Platz und Johannes Gorecki, Marion Friebe und Jörg Kirchner den 3. Platz im Rahmenwettbewerb erringen.

Am nächsten Tag fanden die Deutschen Bestenkämpfe (DBK) in der Disziplin Mannschaft statt. Dabei gilt es von drei gleichzeitig startenden MannschaftskollegInnen jeweils eine Pflichtbahn abzulaufen, sowie daneben eine Reihe von Wahlkontrollposten, die nur von einem der drei LäuferInnen angelaufen werden müssen, möglichst so untereinander aufzuteilen, dass die geschlossene Mannschaft nach möglichst kurzer Zeit ins Ziel laufen kann – gleichzeitiges Ankommen am letzten Kontrollpunkt ist hier von Vorteil. Meist wird ein Chef bestimmt, der die Wahlposten aufteilt.

Weil die Jenaer Ergebnisse insgesamt nicht besonders überragend waren, machen wir es kurz. Klar vom Jenaer Trend absetzen konnten sich unsere Läufer in der Klasse H145, wo der „Babyboomer-Effekt“ ganz besonders groß ist – die Leistungsdichte ist hier zwar auf einem anderen Niveau, aber fast so hoch wie in der Herren-Hauptklasse. Steffen Lösch, Clemens Pasda und Mario Gorecki erliefen den 4. Platz. Auch die Mädels bis 18 Jahre Paulina Strobel, Johanna Strobel und Franziska Hochstetter konnten mit dem 5. Platz einen Diplomplatz erringen.

Die Herrenmannschaft wurde wie noch weitere Jenaer Mannschaften disqualifiziert, weil sie mehrere Wahlposten übersehen und damit nicht angelaufen hatte.

Diesmal wurde neben dem steinigen Waldteil noch ein flacher Teil mit vielen Bächen und Sümpfen belaufen. Die Strecken waren knapp anderthalbmal länger als am Vortag, also je nach Kategorie zwischen 50 und 90 min.

Als Bilanz kann man ziehen, dass die Ergebnisse des USV Jena zwar nicht überragend, aber durchaus noch sehr würdig waren und es allen sehr viel Spaß gemacht hat, weil das Gelände und die Bahnen anspruchsvoll waren und durch das Aneinandergrenzen von Sichtstrecke, Ziel- und Wechselbereich und Clubzelten, sodass die Zuschauer direkt am Geschehen dran waren, eine sehr gute und aufgeladene Stimmung herrschte. Nebenbei gab es auch eine gute Verpflegung und die Siegerehrung direkt nach dem Wettkampf, sodass abends noch genügend Zeit für (Klein-)Stadterkundungen und ähnliches blieb.

Fotos: Fred Härtelt, Jens Leibiger


07.11.2017 00:00 Kategorie: Orientierungslauf
Von: Joris Hochstetter